Wähle vor der Aufnahme einen sicheren, stabilen Standpunkt mit eindeutigem Rückweg. Prüfe örtliche Bedingungen und Zugangshinweise. Verlängere den Aufenthalt nicht allein deshalb, weil vielleicht noch ein guter Lichtfleck erscheint. Wetter und Sicht im Gebirge ändern sich schneller, als eine Komposition besser wird. Die Kamera soll innerhalb der sicheren Grenzen des Ausflugs bereit sein und kein Grund werden, sie zu ignorieren.
Suche die Grundstruktur der Szene bereits bei gewöhnlichem Licht. Ein Grat, ein Tal oder überlagerte Hänge sollten den Bildaufbau auch ohne Sonnenfleck tragen. Kontrolliere Vordergrundsteine und die Ränder des Horizonts. Hängt alles von einer flüchtigen Aufhellung ab, bleibt nach deren Weiterziehen möglicherweise ein schlecht geordnetes Bild übrig.
Der beleuchteten Fläche folgen
Beobachte, in welche Richtung Wolkenschatten über die Landschaft ziehen. Ein heller Fleck auf einem mittleren Hang trennt diesen vielleicht vom dunkleren Vordergrund und dem fernen Gipfel. Derselbe Fleck in einer unwichtigen Ecke lenkt dagegen ab. Fotografiere, wenn das Licht die Anordnung unterstützt, und beobachte weiter, statt sofort den Ausschnitt zu ändern.
Ändert sich die hellste Fläche, muss möglicherweise auch die Belichtung angepasst werden. Prüfe wichtige Lichter auf Schnee, hellem Fels oder Wolken und nicht nur die durchschnittliche Landschaftshelligkeit. Eine feste Belichtung hilft bei einer kurzen Reihe unter ähnlichem Licht. Sie bleibt aber nicht bei jedem Wolkenloch richtig. Kontrolliere nach deutlichen Veränderungen Histogramm und erkennbare Details.
Übersteigt der Helligkeitsumfang die Möglichkeiten einer Aufnahme, bestimme die wichtigen Details. Eine Belichtungsreihe kann bei einer ruhigen Szene helfen, sofern du die spätere Zusammenführung beherrschst. Bewegte Wolken und Pflanzen erschweren jedoch das Ergebnis. Mache zusätzlich eine brauchbare Einzelbelichtung. Mehr Aufnahmen führen nicht automatisch zu einem natürlicheren Bild.
Vergleiche die Bilder nach der Lage des Lichts und nicht bloß nach der Sonnenmenge. Eine weitgehend beschattete Szene mit einem gut platzierten hellen Grat kann klarer sein als eine vollständig beleuchtete Ansicht. Erhalte bei der Bearbeitung das Verhältnis zwischen hellen und dunklen Hängen. Gleich stark aufgehellte Schatten beseitigen unter Umständen genau die räumliche Tiefe, die die wandernden Wolken erzeugt haben.


