Ein Fotobuch fordert zum Umblättern auf. Seine Reihenfolge hängt deshalb davon ab, was ein Bild für das nächste vorbereitet. Ein starkes Foto kann schwächer werden, wenn drei nahezu gleiche Ansichten folgen. Ein leises Detail gewinnt Bedeutung, nachdem eine Übersicht seinen Ort erklärt hat. Lege zuerst fest, welchem Zusammenhang das Buch folgt: einer Reise, einer Person, einem Ort im Wandel oder einer visuellen Idee.
Erstelle kleine Arbeitsabzüge oder einen digitalen Kontaktbogen, bevor du feste Seitenlayouts anlegst. Beginne mit weniger Bildern, als du vermutlich verwenden wirst. Eine große Auswahl verleitet dazu, Unsicherheit durch zusätzliche Seiten zu verdecken. Wähle zunächst Fotos mit eigenständiger Information und suche dann nach Stellen, an denen wirklich noch ein Bild fehlt.
Jedem Bild eine Aufgabe geben
Das Anfangsbild kann einen Ort erklären oder eine Frage öffnen. Es muss nicht das spektakulärste Foto sein. Eine Übersicht orientiert den Leser; eine Nahaufnahme kann neugierig machen. Entscheide, welche Eröffnung zum Buch passt, und prüfe die ersten Seitenwechsel zusammen, statt das Titelbild isoliert auszuwählen.
Achte auf Unterschiede in Entfernung und Dichte. Nach einer belebten Marktszene kann ein ruhiger Gegenstand eine Pause schaffen. Ähnliche Farben verbinden möglicherweise unterschiedliche Orte. Eine wiederkehrende Form trägt den Blick über einen Seitenwechsel. Diese Verbindungen sollten in den Bildern selbst erkennbar sein. Nicht jeder Übergang sollte eine lange Bildunterschrift als Erklärung benötigen.
Mache aus der Abwechslung keinen Automatismus. Übersicht, Detail, Porträt und wieder Übersicht bilden ein Muster, das bei ständiger Wiederholung vorhersehbar wird. Manchmal gehören zwei ähnliche Details zusammen. Manchmal braucht ein einzelnes Bild eine ganze Doppelseite. Lass unterschiedliche Tempi aus dem Material entstehen, statt jedem Abschnitt dieselbe Formel aufzuerlegen.
Doppelseite und Seitenwechsel prüfen
Lege gegenüberliegende Seiten nebeneinander. Ein helles Bild kann einem ruhigeren Foto auf der anderen Seite Aufmerksamkeit entziehen. Gesichter scheinen vielleicht aus dem Buch heraus statt zueinander zu schauen. Ähnliche Horizonte können sich verbinden oder störend aufeinanderstoßen. Verschiebe die Bilder und vergleiche, bevor du ihre Helligkeit nur für eine erzwungene Paarung veränderst.
Verdecke anschließend die nächste Doppelseite und blättere wie ein Leser um. Der Übergang braucht vielleicht eine Pause, eine neue Übersicht oder lediglich das Entfernen eines überflüssigen Fotos. Eine leere oder sparsam belegte Seite kann einen bewussten Zwischenraum schaffen. Sie sollte aber nicht nur eingefügt werden, um das Buch kostspieliger wirken zu lassen.
Prüfe jedes Foto, das über die Bindung läuft. Wichtige Gesichter, Schrift und schmale senkrechte Details dürfen nicht im Bund verschwinden. Wie viel dort verloren geht, hängt von Bindung und Produkt ab. Verwende deshalb die Layoutangaben des Anbieters. Ein Bild, das über einen flachen Bildschirm funktioniert, muss über einem physischen Falz nicht ebenso funktionieren.
Wähle einen Schluss, der die Folge ausklingen lässt. Er kann eine frühere Form aufnehmen, einen Ort nach Ende der Aktivität zeigen oder ein kleines Detail offenlassen. Werden anschließend alle übrigen Lieblingsfotos angehängt, verliert dieser Schluss oft seine Wirkung. Hebe solche Bilder für eine andere Sammlung auf.
Betrachte das Buch zuletzt ohne die Bildtexte zu lesen. Ist die visuelle Folge verständlich, ergänze nur Text, der Namen, Daten oder im Bild fehlenden Zusammenhang beisteuert. Erstelle einen einfachen Gesamtausdruck und blättere jede Seite durch. Ein Buch besteht aus aufeinanderfolgenden Begegnungen, nicht aus einem Ordner einzelner Siegerbilder.


