Bei seitlicher Bewegung verändert eine Person ihre Position im Bild schnell, selbst wenn der Abstand zur Kamera ungefähr gleich bleibt. Deshalb sind Gestaltung und Zeitpunkt ebenso wichtig wie die Scharfstellung. Wähle den Bereich, in dem das Foto funktionieren soll, bevor die Person dort ankommt. Bereite dich darauf vor, sie innerhalb dieses Bereichs zu halten.
Suche einen Hintergrund, der Gesicht und Kleidung trennt. Eine dunkle Jacke verschwindet vielleicht vor einer schattigen Tür, wird vor heller Wand aber deutlich. Lass Platz in Bewegungsrichtung, sofern du nicht bewusst Spannung am Bildrand erzeugen möchtest. Halte Pfosten und helle Schilder aus dem Bereich heraus, den der Kopf voraussichtlich passieren wird.
Einfrieren oder mitziehen
Für eine klare Figur beginne mit kurzer Belichtung und prüfe die schnellsten Körperteile wie Hände und Füße. Die nötige Zeit hängt von Abstand, Bewegung und Ausschnitt ab. Eine nahe querlaufende Person verlangt mehr Aufmerksamkeit als eine entfernte. Kontinuierlicher Autofokus kann folgen, doch sein Messbereich sollte auf der Person bleiben und nicht zum Hintergrund springen.
Für einen Mitzieher verwendest du eine längere Zeit und drehst die Kamera gleichmäßig mit der Person. Beginne die Bewegung vor dem Auslösen und führe sie danach weiter. Dadurch soll sich die Person relativ zur Kamera weniger bewegen, während der Hintergrund verwischt. Das Gesicht kann klarer bleiben als schwingende Arme und Beine, was den Bewegungseindruck unterstützt.
Fotografiere eine kurze Folge mit einer Zeit und vergleiche anschließend eine etwas kürzere und längere Variante. Passe die übrige Belichtung für ähnliche Helligkeit an. Nicht jeder Mitzieher muss gelingen, denn die Übereinstimmung deiner Bewegung mit dem Motiv schwankt. Beurteile den besten Treffer anhand eines lesbaren Gesichts oder Oberkörpers und einer stimmigen Verwischungsrichtung, nicht anhand vollständig scharfer Einzelheiten.
Bei vorhersehbarem Weg kannst du einen geeigneten Aufnahmebereich festlegen und die Person hineinlaufen lassen. Je nach Tiefe und Blende verwendest du Fokusnachführung oder stellst vorher auf diese Entfernung scharf. Vorfokussieren verzeiht weniger, wenn der Weg näher zur Kamera oder weiter weg führt. Kontrolliere das Ergebnis, statt von einer markierten Stelle auf sichere Schärfe zu schließen.
Bleibe selbst an einem sicheren Standort. Geh beim Blick durch den Sucher nicht rückwärts auf eine Straße. Bei einer geplanten Sitzung mit einer bekannten Person wiederholt ihr eine kurze freie Strecke und besprecht die Bewegung zwischen den Versuchen. Ein kontrollierter Weg erleichtert es, jeweils nur eine Variable zu verbessern.


