Stelle das Motiv auf einen stabilen Tisch und schalte benachbarte Lampen aus, die eine unerwünschte Farbe beitragen. Beginne mit der LED seitlich und etwas oberhalb des Gegenstands. Frontales Licht verdeckt häufig feine Erhebungen, während seitliches Licht kleine Kanten und Oberflächenwechsel zeigt. Bewege die Lampe in einem kurzen Bogen und beobachte zunächst den Gegenstand, bevor du Kameraeinstellungen veränderst.
Eine kleine unbedeckte LED wirkt aus größerer Entfernung wie eine vergleichsweise kleine Lichtquelle. Schatten können harte Ränder haben, und auf polierten Gegenständen erscheint möglicherweise eine helle rechteckige Spiegelung. Näher am Motiv wirkt die Lichtquelle größer; über ein ausgedehntes Motiv kann die Beleuchtung dann aber ungleichmäßiger werden. Ein geeigneter Diffusor vergrößert die wirksame Lichtfläche. Verwende nur Materialien und Zubehör, die zu Wärmeentwicklung und Lüftungsanforderungen der Lampe passen.
Lichtseite und Schatten abstimmen
Stelle der Lampe eine weiße Karte gegenüber, wenn die unbeleuchtete Seite verschwindet. Rücke die Karte näher heran, um stärker aufzuhellen, oder weiter weg, um mehr Form zu erhalten. Das ist oft einfacher als eine zweite Lampe mit abweichender Farbe oder zusätzlicher sichtbarer Spiegelung. Eine schwarze Karte bewirkt das Gegenteil und verringert unerwünschtes reflektiertes Licht an einem glänzenden Objekt.
Wenn gleichbleibende Farben wichtig sind, bestimme den Weißabgleich mit einer neutralen Referenz unter dem tatsächlich verwendeten Licht. Die eingestellte Farbtemperatur beschreibt nicht das gesamte Spektrum einer Lampe. Zwei Lampen mit gleicher Zahlenangabe können einen Gegenstand daher unterschiedlich wiedergeben. Fotografiere zur Kontrolle einen vertrauten farbigen Gegenstand, statt die Anzeige als Garantie zu betrachten. Trenne diesen Test von einer bewusst warmen oder kühlen Gestaltung.
Manche Lampen verursachen bei bestimmten Verschlussarten und Belichtungszeiten Flimmern oder Streifen. Erstelle mit den vorgesehenen Einstellungen eine Probeaufnahme und prüfe eine gleichmäßig beleuchtete Fläche. Sind Streifen sichtbar, teste passende Flimmerfunktionen der Kamera, eine andere Verschlussart oder eine andere Belichtungszeit. Kontrolliere das Ergebnis nach jeder Änderung. Verlasse dich dabei nicht allein auf das Livebild.
Bei einem unbewegten Motiv erlaubt eine Kamerastütze längere Belichtungen, statt die LED auf maximale Leistung zu stellen. Berühre den Tisch während der Aufnahme nicht. Prüfe zum Schluss den hellsten Reflex: Er soll das Material beschreiben, ohne dessen wichtige Einzelheiten auszulöschen. Notiere Position und Abstand der Lampe kurz, falls du den Aufbau später wiederholen möchtest.


